In dieser Arbeitskreissitzung haben wir die Anforderungen an die Behaglichkeit in Wohnräumen, wie sie sich aus der internationalen Fachliteratur ergeben, wie sie in der einschlägigen Normung aufgeführt sind und wie sie aus den Messergebnissen und Erfahrungen der Passivhausprojekte folgen, behandelt.
In der Zusammenfassung zum Beitrag "Anforderungen" sind die wesentlichen quantitativen Kriterien, wie sie nach ISO 7730 an alle Aufenthaltsräume zu stellen sind, zusammengestellt. Den höchsten derzeit in der Normung anzutreffenden Anforderungen bzgl. der thermischen Behaglichkeit genügen Räume, für welche sich die vorausgesagte Anzahl Unzufriedener PPD auf unter 6% begrenzen lässt (ASHRAE Komfortklasse "A"). Wenn die Luftgeschwindigkeiten sehr gering sind (v < 0.08 m/s) und die rel. Feuchten zwischen 30 und 60% liegen, kommt es dafür vor allem auf eine hohe Gleichmäßigkeit des Feldes der operativen Temperaturen ϑop an:
Δϑop= ±0.8 K (max.)
Die im Protokollband 25 wiedergegebenen Beiträge zeigen, dass diese Anforderung in Passivhäusern eingehalten werden kann (vgl. Abbildung 3). In den Aufenthaltsräumen liegen die Abweichungen nach unten maximal bei etwa 0.5 K; unter Einstrahlbedingungen kann dagegen die operative Temperatur in einem Raum mit großen Fenstern auch im Winter durchaus um 0.8 K zunehmen. Sollten solche Temperaturerhöhungen stören, so lässt sich die Temperatur selbstverständlich immer durch Öffnen von Fenstern oder Zuziehen einer temporären Verschattung senken.
Auch die Unterschiede im operativen Temperaturfeld innerhalb eines Raumes sind bei Gebäuden mit Passivhausstandard gering.
Die zitierten Ergebnisse beziehen sich alle auf ein Passivhaus mit alleiniger zentraler Zuluftnacherwärmung, die über einen einzigen wohnungszentralen Thermostaten geregelt wird, und einer separaten Heizmöglichkeit im Bad. Mit mehreren Kreisen oder raumweiser Regelung lassen sich vergleichbar gute Ergebnisse erzielen.
Im Beitrag wird aber auch behandelt, wann evtl. Grenzen für gute Ergebnisse vorliegen. Entscheidend ist dabei zunächst, dass die Passivhauskriterien auch wirklich eingehalten werden - es stellt sich heraus, dass diese Kriterien präzis mit den Behaglichkeitsanforderungen koinzidieren. Ein Kapitel befasst sich mit der Frage der Risiken für zu hohe Temperaturdifferenzen zwischen Räumen. Es wird ein Verfahren vorgestellt, wie diese Risiken bestimmt werden können und wie gegebenenfalls darauf reagiert werden kann.

Abbildung 3: Intervalle für die operativen
Temperaturen in Passivhäusern bei
unterschiedlichen Heizkonzepten - Fallbeispiel
Mischbau mit geöffneten Innentüren