Passivhaus Projektierung - Bilanzwerkzeuge
Muss für jede Projektierung
von Passivhäusern ein detailliertes, instationäres Simulationsprogramm
eingesetzt werden?
Bis Anfang der 90-er Jahre war es so. Heute wissen wir, dass für die meisten
Fälle selbst bei Passivhäusern jahreszeitliche, stationäre Energiebilanzverfahren
dann ausreichend genaue Ergebnisse liefern, wenn sie zuvor anhand von dynamischen
Eichsimulationen validiert wurden. Deshalb ist es möglich, ein einfach
handhabbares Projektierungspaket anzuwenden, das die Planung von Passivhäusern
bei Standardgebäuden stark vereinfachen kann.
Das Passivhaus Projektierungs Paket (PHPP)
Das PHPP umfasst:
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Das PHPP erschien zum ersten Mal 1998 und wurde seither ständig weiter entwickelt. Kern des Pakets sind Rechenblätter für Heizwärmebilanzen (Heizzeit- und Monats-verfahren), für Wärme-verteilung und -versorgung, für Strombedarf und Primärenergiebedarf. |
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Neue, für die Planung wichtige Module wurden
sukzessive ergänzt: u.a. Berechnung von Fensterkennwerten, Verschattung,
Heizlast und Sommerverhalten.
Das PHPP wird fortlaufend anhand von Messwerten und neuen Forschungsergebnissen
validiert und erweitert. Mittlerweile wurden im Rahmen wissenschaftlicher Begleitforschungen
an über 300 Objekten Messergebnisse mit Berechnungsergebnissen verglichen.Von
entscheidender Bedeutung war das CEPHEUS-Projekt
im Rahmen des europäischen Thermie-Programms, in dem an insgesamt 14 europäischen
Standorten Siedlungen und größere Wohngebäude in Passivhausstandard
gebaut und wissenschaftlich begleitet wurden (mehr unter CEPHEUS).
Dabei zeigte sich, dass die thermischen Gebäudeeigenschaften - auch bei Passivhäusern - mit überraschend hoher Genauigkeit mit dem Energiebilanzprogramm des PHPP wiedergegeben werden können. Insbesondere trifft dies auch für das eigens neu entwickelte Verfahren zur Berechnung der Heizlast zu.
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1 |
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau fördert
Passivhäuser im Rahmen des Programms "Ökologisch Bauen"
(Passivhaus). Voraussetzung für die Förderung sind der Nachweis
von: |
Die folgende Abbildung zeigt Ergebnisse eines Vergleichs von Messungen und PHPP-Berechnungen bei verschiedenen Siedlungen. Interessant ist insbesondere, dass stets - übrigens bei allen Gebäudestandards - hohe (relative) Nutzerstreuungen beobachtet werden, das Projektierungsergebnis aber ausgezeichnet mit den durchschnittlichen Messergebnissen übereinstimmt.
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Abbildung: Vergleich der PHPP-Berechnung mit Verbrauchsmessungen aus Siedlungen mit Niedrigenergie- und Passivhäusern |
Eine Berechnung nach dem PHPP ist auch die Grundlage für die Zertifizierung von Passivhäusern.
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Das neue Passivhaus Projektierungs Paket PHPP 2007 Das Passivhauskonzept
auch außerhalb des deutschsprachigen Raums und im Nichtwohnungsbau
findet zunehmend Interesse. Die Ergänzungen, die im PHPP 2007 vorgenommen
wurden, berücksichtigen diese Entwicklung. |
Neu im PHPP 2007:
Für die neue Auflage des PHPP 2007 wurden insbesondere die folgenden Arbeitsblätter grundlegend überarbeitet und ergänzt:
Sommerfall
| Sommer |
Das
für Passivhäuser in Mitteleuropa bereits bewährte Sommerfallverfahren
wurde überarbeitet und berücksichtigt nun explizit Erdreichkopplung,
die Solarstrahlungsabsorption auf den opaken Außenoberflächen
sowie verschiedene Arten der Nachtlüftung. |
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Erdreich |
Für den Sommerfall
wird ein zweiter Satz Erdreichtemperaturen ermittelt. |
| Flächen |
Die Strahlungsbilanz
opaker Außenbauteile kann nun berücksichtigt werden. |
| SommLuft |
Verschiedene
Fensterlüftungsströme können nun übersichtlich nebeneinander
dargestellt werden. |
| Neu: Kühlung |
Für
Fälle, in denen aktive Kühlung erforderlich ist, wird der Nutzkältebedarf
berechnet. |
| Neu:
Kühlgeräte |
Der
Energiebedarf für latente Lasten, d.h. für Luftentfeuchtung, wird
abgeschätzt. |
| Neu: Kühllast |
Dieses
Blatt bestimmt den maximalen Kühlleistungsbedarf als Tagesmittelwert.
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| PE-Kennwert |
Eine
eventuelle Raumkühlung wurde in die Primärenergiebilanz aufgenommen. |
Die Rechenverfahren zur Beurteilung der aktiven Kühlung sind vor allem für warme Klimata von Bedeutung, z.B. im Südeuropa. Passivhäuser in Mitteleuropa können im Sommer auch ohne Energieaufwand komfortabel gehalten werden.
Internationalisierung
| Klimadaten | Struktur
und Bedienung des Blattes wurden übersichtlicher gestaltet. Zahlreiche
zusätzliche Klimadaten, insbesondere komplette Klimadatensätze
für Ostdeutschland, Österreich, die Schweiz sowie für wichtige
Städte im übrigen Westeuropa wurden ergänzt. |
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Fenster Verschattung |
Die Algorithmen zur
Berechnung des Solarstrahlungsangebots sind jetzt auch außerhalb
Mitteleuropas gültig. |
| Lüftung |
Statt des Wärmebereitstellungsgrades
wird ein klimaunabhängiger Wirkungsgrad für Erdwärmeübertrager
eingegeben. |
Nichtwohngebäude
| Neu: Strom NiWo |
Mit
diesem neuen Tabellenblatt kann der Strombedarf für Beleuchtung, Arbeitshilfen
und Küchen von Nichtwohngebäuden bilanziert werden. |
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Neu: |
Dieses neue Rechenblatt
dient der Überprüfung bzw. Projektierung der internen Wärmegewinne
von Nichtwohngebäuden. |
| Neu:Nutz NiWo |
Nutzungsprofile zur
Projektierung des Strombedarfs und der internen Wärmequellen von
Nichtwohngebäuden sind in diesem neuen Tabellenblatt hinterlegt;
eigene Profile können definiert werden. |
Wärmepumpen-Kompaktgeräte
| Kompakt |
Das
Blatt wurde im Hinblick auf die im Laufe des Jahres 2007 beginnende Zertifizierung
von Wärmepumpen-Kompaktgeräten vollständig überarbeitet.
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Zusatz PHPP-Handbuch
Spezielle Aspekte von Pfosten-Riegel Fassaden
PHPP
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Das PHPP ist auch in
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